The gallery is pleased to announce A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again, a group show of recent paintings by Philip Diggle, Joanne Greenbaum, Ryan McLaughlin and Anne Neukamp.

In 1997, the late American writer David Foster Wallace published a collection of essays, "A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again", that announced his arrival as a contemporary thinker of considerable moral force at a time when to do so was to essentially risk public stoning. While the topics of the essays ranged from cruise ship travel writing to the semiotic relationship between television and contemporary fiction, Wallace’s main concern, which was evidenced in the surprising intimacy and warmth of his tone, was to lessen the distance between the writer and reader that had widened since the rise and institutional embrace of Postmodern thought. In fact, such was the uniqueness of his curious tone that when he wrote of his hero, David Lynch, for instance, or about the mathematical beauty of tennis played at its highest level, it seemed like Wallace was as incapable of containing his enthusiasm and passion for his subjects as he was unwilling and uninterested to even try. In these essays, by mapping the mythic and the mundane and conjoining the academic and the everyday all in the same breath, Wallace did his best to bring an end to irony’s tyranny of ridicule, condescension, suspicion, and hostility, and to once again see irony as a literary device instead of a world-view.

When viewing the current exhibition, please consider the following remarks that Wallace made about the role of the literary artist in his essay, "E Unibus Pluram: Television and U.S. Fiction".

"The next real literary “rebels” in this country might well emerge as some weird bunch of anti-rebels, born oglers who dare somehow to back away from ironic watching, who have the childish gall actually to endorse and instantiate single-entendre principles. Who treat of plain old untrendy human troubles and emotions in U.S. life with reverence and conviction. Who eschew self-consciousness and hip fatigue. These anti-rebels would be outdated, of course, before they even started. Dead on the page. Too sincere. Clearly repressed. Backward, quaint, naive, anachronistic. Maybe that’ll be the point. Maybe that’s why they’ll be the next real rebels. Real rebels, as far as I can see, risk disapproval. The old postmodern insurgents risked the gasp and squeal: shock, disgust, outrage, censorship, accusations of socialism, anarchism, nihilism. Today’s risks are different. The new rebels might be artists willing to risk the yawn, the rolled eyes, the cool smile, the nudged ribs, the parody of gifted ironists, the “Oh how banal.” To risk accusations of sentimentality, melodrama. Of overcredulity. Of softness. Of willingness to be suckered by a world of lurkers and starers who fear gaze and ridicule above imprisonment without law. Who knows."

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Die galerie freut sich “A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again” anzukündigen, eine Gruppenausstellung mit aktuellen Werken von Philip Diggle, Joanne Greenbaum, Ryan McLaughlin und Anne Neukamp.

Im Jahre 1997 veröffentlichte der mittlerweile verstorbene Amerikanische Schriftsteller David Foster Wallace eine Sammlung von Essays unter dem Titel “A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again”, die seine Ankunft als zeitgenössischer Denker von signifikanter moralischer Kraft ankündigte, und das in einer Zeit als dies praktisch bedeutete eine öffentliche Steinigung zu riskieren.
Während die Themen der Essays von Kreuzfahrturlaubsberichten bis hin zur semiotischen Beziehung zwischen Fernsehen und zeitgenössischer Fiction reichten, war es Wallaces Hauptanliegen, beweisbar durch die überraschende Intimität und Wärme seines Tons, die Distanz zwischen Schriftsteller und Leser zu verringern, die sich seit dem Aufstieg und der Institutionalisierung von postmodernen Gedanken immer mehr vergrößerte.
Tatsächlich scheint die Einzigartigkeit seines eigentümlichen Tons, etwa in einem Brief an seinen Helden David Lynch oder in einem Essay über die mathematische Schönheit des Tennis, darin zu liegen, dass Wallace unfähig ist seinen Enthusiamus und seine Leidenschaft für seine Thematiken im Zaum zu halten und gleichzeitig nicht daran interessiert es überhaupt zu versuchen.
In diesen Essays, indem er das Mythische und das Banale abbildet und das Akademische und das Alltägliche in einem Atemzug vereint, tat Wallace sein Bestes die Tyrranei der Ironie aus Spott, Herablassung, Misstrauen und Feindseligkeit zum Ende zu bringen und die Ironie endlich wieder als literarisches Mittel anstelle einer Weltanschauung zu sehen.

Sie sind eingeladen, bei der Betrachtung der aktuellen Ausstellung die folgenden Bemerkungen, die Wallace über die Rolle des literarischen Künstlers in seinem Essay “E Unibus Pluram: Television and U.S. Fiction” gemacht hat, zu berüksichtigen:

“Die nächsten echten literarischen “Rebellen” in diesem Land erscheinen möglicherweise als eine seltsame Bande von Anti-Rebellen, geborene Beobachter die es irgendwie wagen sich von der ironischen Betrachtung zu entfernen und vielmehr den kindischen Drang haben single entendre Prinzipien zu unterstützen und zu verstärken.
Die mit Ehrfurcht und Überzeugung längst überholte Themen wie menschliche Probleme und Emotionen im Amerikanischen Leben behandeln. Die Selbstbewusstsein und hippe Gleichgültigkeit vermeiden. Diese Anti-Rebellen wären veraltet, selbstverständlich, bevor sie überhaupt angefangen haben. Auf der Stelle tot. Zu aufrichtig. Offensichtlich unterdrückt. Rückwärts, still, naïve, anachronistisch. Vielleicht wird gerade das der Punkt sein. Vielleicht werden sie gerade deswegen die nächsten Rebellen. Echte Rebellen, soweit ich das sehe, riskieren Missbilligung.
Die alten postmodernen Aufständischen riskierten Pfiffe und erschrockene Gesichter: Schock, Ekel, Wut, Zensur, den Vorwurf des Sozialismus, Anarchismus, Nihilismus. Heute sind die Risiken anders. Die neuen Rebellen sind vielleicht Künstler die willens sind das Gähnen zu riskieren, die rollenden Augen, das kühle Lächeln, den Stoß in die Rippen, die Parodie von begabten Ironisten, das “Ach wie banal.” Es zu riskieren der Sentimentalität beschuldigt zu werden, dem Melodrama. Der absoluten Leichtgläubigkeit. Der Weichheit. Der Bereitschaft von einer Welt aus Lauernden und Gaffern verspottet zu werden, die den Blick und den Hohn mehr fürchten als die Gefangenschaft ohne Gesetz. Wer weiß.”

Installation View: A Supposedly Fun Thing I'll Never Do Again, Horton Gallery, Berlin

Installation View: A Supposedly Fun Thing I'll Never Do Again, Horton Gallery, Berlin


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